Text im Internet – chancenlos?
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Hat Text im Internet neben Bild und Video eine Chance? [4 Vorteile]

Wer liest denn heutzutage noch Texte? 4 Gründe, warum bei aller Beliebtheit von Bildern und Videos Text im Internet nicht wegzudenken ist.

Es stimmt. In den sozialen Medien schneiden regelmäßig Bilder und Videos besser ab als reine Textbeiträge, wenn es um Aufmerksamkeit und Reaktionen geht. An puren Textnachrichten wird gerne großzügig vorbeigeblättert. Artikel mit großem Bild als Aufmacher werden häufiger angeklickt als solche ohne.

3 Bilder: wolkiger Sonnenaufgang, Makake Natura, Chinese mit rotem Schirm auf Parkbank

Was für’s Auge…

Und wen wundert das? Kontraste und knallige Farben stechen ins Auge. Gesichter vermitteln Emotionen. Das Lesen von Texten ist dagegen Arbeit für den Kopf.

Textwüste

Das sieht nach Arbeit aus…

Wer möchte sich freiwillig in einer Textwüste verirren, wenn man sich alternativ das Selfie eines Makaken anschauen oder über Chihuahuas im Fahrtwind kichern kann?

Schließlich sagt ein Bild doch mehr als tausend Worte, oder nicht? Stop! Achtung, eine Durchsage:

Ohne Text funktioniert im Internet gar nichts.

Wie kann das sein?

Warum ist Text so essenziell in der Online-Kommunikation?

1. Im Internet wird per Text gesucht

Ich frage Sie: Wann haben Sie das letzte mal beim Buchen Ihres Fluges Ihr Reiseziel in die Kamera getanzt?

"Wer liest denn heute noch Texte?" "Du suchst im Netz nach Tierfutter... Was gibst Du bei der Suche ein? Ein Foto Deiner Katze?"

Auch Sprachassistenten wie Siri, Alexa, Cortana oder Google Now verstehen weniger als Bahnhof, wenn Sie Ihr Anliegen pantomimisch vortragen.

2. Im Internet wird per Kon-Text gefunden

Eine ansprechende Optik ist natürlich notwendig, damit sich Besucher gern und lang und häufig auf Ihrer Website aufhalten und sich mit Ihrem Angebot beschäftigen. Damit Sie aber überhaupt Besucher auf die Website bekommen, müssen Suchmaschinen „verstehen“, worum es auf Ihrer Seite geht.

Dazu grasen Suchmaschinen wie Google oder Bing systematisch die Inhalte von Webseiten ab und analysieren, in welchem Kontext das Ganze steht. Auch Portale wie YouTube, Facebook, Twitter oder Instagram greifen mit ihrer Volltextsuche auf Sprache zurück und organisieren Inhalte anhand von Schlagworten.

Rock

Rock, Rock, Rock

Für das menschliche Auge ist schnell ersichtlich, ob es sich bei dem „Rock“ um ein Kleidungsstück, eine Musikrichtung oder den englischen Stein handelt. Programme, die das Internet durchsuchen, sind dagegen weitgehend blind. Sie sind auf sprachlichen Kontext angewiesen. Und den müssen Sie mit Ihren Textinhalten auf der Webseite anbieten. So stellen zum Beispiel die Begriffe „Bühne“, „Konzert“, „Bands“ oder „Sound“ schnell klar, von welchem „Rock“ hier die Rede ist…

Gut möglich, dass eine Kundin die braunen Stiefel in der letzten Ecke des Ladens zufällig entdeckt, sofern sie einmal im Laden drin ist.

Gut möglich, dass eine Kundin die acht notwendigen Klicks macht, um das Produktfoto der braunen Stiefel mit dem Dateinamen IMG_1234.jpg zu entdecken, sofern sie einmal auf Ihrer Webseite gelandet ist.

Wenn diese Kundin von Ihrer Homepage aber gar nichts weiß und nach braunen Stiefeln aus Leder der Marke Sowieso in der Größe 38 sucht, dann sollte die Produktseite der Schuhe sämtliche Informationen bereithalten. Alle Infos zur Marke, zum Material, zu den Größen, zur Farbe, zur Kollektion, zum Designer und allen sonstigen Spezifikationen sollten in Textform ausbuchstabiert werden. Denn nur dann kann Google dieser Kundin den Link zu Ihrer Seite bei den Suchergebnissen anzeigen.

3. Manche Themen lassen sich besser mit Text erläutern

Es gibt Fragen, auf die sind Bilder die beste Antwort: Ideen für das Faschingskostüm zum Beispiel. Oder wer eine gute Tätowiererin ist. Wie ich eine bestimmte Fitnessübung ausführen sollte, schaue ich mir dagegen vermutlich lieber in einem Video an.

Doch wenn im Netz nur Bilder und Videos interessant wären, dürfte es Seiten wie die Wikipedia gar nicht geben. Bei einigen Themen muss man ein bisschen weiter ausholen, damit sie verständlich werden. Die Frage, was die Steuernummer von der Steueridentifikationsnummer und der Umsatzsteueridentifikationsnummer unterscheidet, profitiert von ausführlichen Fließtexten.

4. Text ist leise, spart Datenvolumen und hat keine fixe Konsumierzeit

Nicht jede Situation ist dazu gemacht, um ein Video oder eine Audionachricht abzuspielen. Sei es, weil man nicht möchte, dass die Umgebung mithört, weil man schlechten Empfang oder aus anderen Gründen keine Möglichkeit hat, unbegrenzt Daten aus dem Internet zu laden. Bilder und Videos beanspruchen im Vergleich zu Texten wesentlich mehr Datenvolumen. Und schnelle Ladezeiten sind nicht nur für Google, sondern gerade auch für Nutzer im Netz ein wichtiges Gütekriterium.

Text lässt sich zudem überfliegen. Meine Lesegeschwindigkeit bestimme ich selbst. Ich kann einen Text anlesen, Teile auslassen, doppelt lesen und anhand von Zwischenüberschriften oder einem Inhaltsverzeichnis in etwa überblicken, was mich erwartet.

Bei einem Link zu einem Video oder Audiopodcast ist es schwerer herauszufinden, an welcher Stelle der Teil kommt, der mich eigentlich interessiert. Auch aus diesem Grund setzen sogar Radiosender wie der Deutschlandfunk auf Transkripte und fertigen Abschriften ihrer Hörbeiträge an.

Zurück zur Ausgangsfrage:

Hat Text im Internet neben Bild und Video eine Chance?

Absolut. Texte im Internet sind also alles andere als überflüssig. Videos, Bilder und Texte kommen so gut wie nie unabhängig voneinander vor. Kein Bild oder Video wird ohne Dateiname hochgeladen oder ohne Titel und Beschreibungstext gefunden. Vielmehr ergänzen sich Text und Bild gegenseitig. Mal steht das Eine und mal das Andere im Vordergrund.

Bei all der Aufregung um Bildformate im Netz werden die Stärken von Text gerne übersehen. Solche Lücken bieten ausgezeichnete Möglichkeiten, sich mit Content-Marketing und guten Webtexten von der Konkurrenz abzusetzen.

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