SEO und Content-Marketing
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SEO und Content-Marketing: Was sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten?

Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Content-Marketing sind zwei Teilbereiche des Online-Marketings, die mehr und mehr zusammenwachsen. Und trotzdem ist beides nicht ein und dasselbe.

In der Werbebranche werden häufig englische Begriffe übernommen und krude Abkürzungen durch den Raum geworfen. So lächerlich das häufig klingt, nicht immer handelt es sich um schlechten Stil. Häufig verbergen sich hinter den Begriffen Konzepte, die im Deutschen keine passende Entsprechung haben.

Doch was genau ist mit SEO und Content-Marketing gemeint und welche Ziele verfolgen die Disziplinen?

1. Was ist Content-Marketing?

Content bedeutet Inhalt. Content-Marketing bedeutet, Inhalte zu produzieren, die ein bestimmtes Vermarktungsziel verfolgen. Soweit würde die Definition auch auf geschaltete Werbung im Radio, Fernsehen, Internet, in Zeitungen, auf Plakatwänden oder im Kino zutreffen.

Was Content-Marketing aber von klassischer Werbung unterscheidet, ist, dass gelungene Inhalte um ihrer selbst willen konsumiert und verbreitet werden, weil sie unterhaltsam oder nützlich sind.

Der eigentliche Inhalt – zum Beispiel die Fernsehserie oder die Fußballübertragung – wird nicht durch Werbespots für Versicherungen oder Chips unterbrochen, sondern das Marketing IST der Inhalt.

Wir sind so daran gewöhnt, im Internet alles Störende wegzuklicken und in Werbepausen abzuschalten, Browser wie Chrome oder Firefox blenden Anzeigen zunehmend automatisch aus. Da muss schon die Werbung selbst so interessant sein, dass wir sie sehen möchten und freiwillig konsumieren.

Wenn die Bundeswehr eine Serie auf YouTube ausstrahlt, dann ist ihr primäres Ziel nicht, Filmpreise zu gewinnen oder Langeweile zu bekämpfen. Ja, sie will unterhalten. Allerdings mit dem Ziel, Nachwuchs für eine Karriere in der Bundeswehr zu begeistern und Soldaten zu rekrutieren. Das ist Content-Marketing.

1.1 Welche Content-Formen gibt es?

Content-Marketing kann die unterschiedlichsten Formen annehmen, je nachdem, welche Präferenzen die Zielgruppe hat und welches Medium einem als Werbender vielleicht selbst am besten liegt. Grob lässt sich zwischen Text, Bild, Audio und Bewegtbild unterscheiden. Genauer gesagt:

  • Blogposts. Das sind Artikel auf der eigenen Website oder Gastbeiträge in anderen Medien, bei denen sich die Zielgruppe aufhält. Neben dem eigenen Blog (= News-Bereich) kann das eine Gruppe innerhalb von Xing, LinkedIn oder Facebook sein oder die Website einer Kollegin, die eine ähnliche Zielgruppe, aber ein anderes Angebot hat. Denken Sie an Ingenieure und Architektinnen oder Ernährungsberater und die Fitnesstrainerin.
  • Text kann weitere Formen annehmen. Die übergreifenden Ideen mehrerer Artikel können zusammen ein Whitepaper, ein E-Book oder gar ein Buch ergeben. Anekdoten aus dem Firmenalltag können einen Newsletter bereichern, den Sie regelmäßig per E-Mail verschicken.
  • Videos. Ob Sie sich allein vor den Rechner setzen und Fragen beantworten und das ganze bei YouTube hochladen, täglich einen Mitarbeiter bei Snapchat vorstellen oder den Umbau einer Küche in einem Zeitraffer-Video dokumentieren – bei kaum einem anderen Medium transportieren Sie mehr Persönlichkeit.
  • Karikaturen und Infografiken. Visualisierungen und Grafiken bündeln Wissen, amüsieren und laden in ihrer Knappheit dazu ein, von Leuten per Whatsapp, Twitter, Facebook oder Instagram verbreitet zu werden. Gut gemachte Infografiken werden sogar von anderen Webseiten aufgegriffen, um deren Texte zu veranschaulichen. Sofern ein Logo, die eigene Web-Adresse oder ein klickbarer Link enthalten ist, führt der Weg wieder zu Ihnen zurück.
  • Podcasts. Das sind selbst-produzierte Radiosendungen. Genau wie in Videos oder in Texten können Sie hier Fragen zu Ihrer Branche diskutieren, Gäste interviewen und Ihrer Expertise Gehör verschaffen. Audio ist zwar nicht das leichteste Medium, um Aufmerksamkeit zu erregen – dafür kann man Audio aber im Gegensatz zu Texten oder Videos beim Spazierengehen, Joggen oder Autofahren konsumieren. Und: es transportiert ähnlich viel Persönlichkeit wie Video.
  • Auch Spiele oder ein Quiz lassen sich konzipieren.
  • Webinare. Eine Mischung aus Schulung, Videokonferenz, Präsentation und Fragestunde bietet eine weitere Möglichkeit, Wissen aufzubereiten und Inhalte zu präsentieren.
  • Vorträge und Präsentationen. Content-Marketing ist nicht aufs Digitale beschränkt. Aber natürlich lassen sich auch Teile von Veranstaltungen digital wiederverwerten. Wenn Sie auf einer Tagung sprechen, können Sie einen Videomitschnitt auf Ihrer Website präsentieren und die Folien zum Download anbieten.

Dies sind nur einige Beispiele für Formen und Medien, in denen sich Content-Marketing produzieren lässt. Und wie gesagt: die meisten lassen sich miteinander verbinden. Einen gut laufenden Artikel können Sie später um eine Infografik zum Thema ergänzen oder in einem Podcast vortragen. Ideen aus einem Podcast können Sie in einem Artikel aufgreifen. Die Seite der Podcast-Folge lässt sich um ausführliche Notizen, Links und Transkripte in den so genannten Shownotes ergänzen. Dass ein neuer Artikel erschienen ist, können Sie auf Instagram ankündigen. Aber:

1.2 Regelmäßig bloggen ist kein Marketingziel

Wichtig ist nur, dass Sie ihr eigentliches Marketingziel nicht aus den Augen verlieren. Es geht nicht darum, mit möglichst viel Arbeit aus sämtlichen Rohren zu feuern. Auch „jede Woche zu bloggen“ ist an und für sich kein Marketingziel.

Hilft so ein interner Meilenstein, die Augen für Content-Ideen offen zu halten, redaktionelle Routinen zu entwickeln und Übung zu bekommen? Sicherlich. Erhöht regelmäßig erscheinender Content die Wahrscheinlichkeit, von anderen wahrgenommen zu werden? Vermutlich. Hilft er auch dabei, dass Sie als relevante Stimme wahrgenommen werden? Das hängt von der Qualität Ihrer Inhalte ab. Nur Selbstzweck sollte es eben nicht sein.

1.3 Unternehmensziele > Marketingziele > Content-Ziele

Welche visionären Ziele Unternehmen auch immer verfolgen mögen, ein essenzielles Unternehmensziel lautet: rentabel wirtschaften und Gewinne einfahren. Marketing ist lediglich ein Mittel zu diesem Zweck.

Viele Unternehmen suchen neue Kundschaft, andere dagegen haben genügend Anfragen, aber nicht genügend qualifiziertes Personal, um die Nachfrage zu bedienen. Mal ist die Firma oder das Produkt bereits bekannt, in anderen Fällen müssen sich die Anbieter ihren Namen erst machen und Aufklärungsarbeit leisten. Wie verbessern Sie das Leben der Kundschaft? Welche Vorteile haben Sie als Arbeitgeber zu bieten? In beiden Fällen kann Marketing dabei helfen, die Lücke zu schließen.

Erst wenn die strategischen Unternehmensziele klar und auf einzelne Marketing-Ziele heruntergebrochen sind, kann man sich daran machen, eine Content-Strategie zu entwickeln.

1.4 Unterschiedlicher Content für verschiedene Ziele

Wenn Sie es darauf anlegen, dass Ihr Content in den sozialen Medien wie wild herumgereicht wird, sie also auf besonders viele Shares aus sind, um Bekanntheit zu erlangen, bieten sich kürzere, emotionale und visuelle Inhalte an. Wenn es Ihnen gelingt, besonders witzig oder charmant zu sein, ist das großartig. Ob Sie auf negative Emotionen wie Wut oder Hass setzen sollten – was bei uns Menschen leider besonders gut verfängt – ist dagegen moralisch äußerst fragwürdig.

Auch Gewinnspiele treiben die Leute zum Mitmachen bzw. zu mehr Engagement an. Die Frage ist allerdings, welche Qualität Shares und Likes haben, die dadurch motiviert sind, etwas geschenkt zu bekommen. Ein Klick auf „Gefällt mir“ ist nicht annähernd mit einem Klick auf „Jetzt verbindlich bestellen“ zu vergleichen. Der Markenname bleibt aber vielleicht dennoch im Hinterkopf hängen.

Ganz anders müssen Sie Inhalte konzipieren, wenn Sie sich als Expertin oder Experte positionieren möchten. Humor und Kürze schaden nicht, aber mit dem schnellen Lacher ist es nicht getan. Hier müssen Sie nach Gelegenheiten Ausschau halten, um Ihre Einsichten angemessen zu artikulieren: in Erklärvideos, einordnenden Artikeln und Essays, als Speaker auf Konferenzen, Gast in Podcasts oder bei digitalen Sprechstunden auf Social Media. Stimmt, sich einen Expertenruf zu erarbeiten, führt nur indirekt zu Umsatz, mag aber ein notwendiger Schritt sein, um Anfragen zu bekommen.

Es spricht übrigens nichts dagegen, auch Artikel auf Ihrer Seite zu veröffentlichen, die einfach einen Einblick in Ihren Arbeitsalltag ermöglichen. Hiermit können Sie Ihrem Unternehmen ein menschliches, sympathisches, vertrauenswürdiges Antlitz verleihen. Ohne Vertrauen kommt in der Wirtschaft keine Transaktion zustande, weshalb auch Vertrauensbildung ein ganz legitimes Content-Marketing-Ziel darstellt. Nur zahlen sich solche Beiträge eben nicht automatisch auf die Suchmaschinenoptimierung oder die Facebook-Fans aus.

1.5 Gehen Sie dorthin, wo Ihre Zielgruppe ist

Wo genau? Das kommt darauf an, wo sich die Menschen aufhalten und ihre Zeit verbringen, die Sie erreichen möchten. Doch einen zweiten Aspekt sollten Sie bei der Zielgruppenanalyse bedenken: An welchem Punkt in der Customer Journey befinden sich die Menschen, die Sie für sich gewinnen wollen?

Mit Customer Journey ist der Weg gemeint, den eine Kundin oder eine Kunde von der ersten Berührung mit Ihrer Firma, Ihrem Service oder Ihrem Produkt über das Gewinnen von Vertrauen sowie das Überschreiten der Relevanzgrenzen bis hin zum Kauf und darüber hinweg zur Kundenbindung mit Ihnen beschreitet.

Das Aufbauen von Bekanntheit steht dabei weit am Anfang. Mit der Bestellseite beschäftigen sich Interessierte dagegen Richtung Ende der Reise. Das schlägt sich auch auf eine unterschiedliche Ansprache und Themensetzung bei den Inhalten nieder. Zum Ende hin sind dann nicht mehr die langen Erklärtexte gefragt, sondern eine klare und vertrauenswürdige Struktur, die den letzten Stups zur Bestellung gibt.

1.6 Werben Sie nicht für Werkzeug – geben Sie Basteltipps

Was Content-Marketing außerdem von klassischer Werbung unterscheidet, ist der indirekte Ansatz.

Wenn Sie Küchengeräte verkaufen, dann verkneifen Sie es sich, auf Facebook mit den Vorzügen Ihrer Produkte zu prahlen und moderieren Sie stattdessen eine Community für Hobbyköche.

Dort können sich Mitglieder über Rezepte austauschen und Sie haben Gelegenheit, Tipps zum Einsatz Ihrer Küchenmaschine in den passenden Kontext einzubetten.

Preisen Sie also nicht Ihren Handbohrer an. Zeigen Sie, welches Regal Hobby-Bastlerinnen damit bauen können. So kommen nicht nur Leute auf die Idee, bei Ihnen zu bestellen, die schon genau wissen, dass sie einen Bohrer brauchen, sondern auch diejenigen, die derzeit überlegen, wie sie ihre Wohnung aufhübschen könnten.

Wenn Sie in diese Denke reinkommen, dürften Ihnen viele Ideen für erfolgreiches Content-Marketing in den Sinn kommen. Was hat all das nun aber mit Suchmaschinenoptimierung zu tun?

2. Was ist SEO bzw. Suchmaschinenoptimierung?

SEO steht für Search Engine Optimization oder zu Deutsch Suchmaschinenoptimierung. Dabei wird versucht, die eigene Website so aufzustellen und zu gestalten, dass sie für bestimmte Suchanfragen möglichst weit oben bei den Suchergebnissen angezeigt wird.

Ein zweites Ziel ist es, den Sucheintrag so zu gestalten, dass die Suchenden möglichst darauf klicken. Ein drittes Ziel besteht darin, das Versprechen, das zum Klick geführt hat, zu halten. Jemand sucht etwas, pickt sich einen vielversprechenden Treffer raus und sollte dann nicht mit etwas völlig Irrelevantem, Unerwarteten oder nicht Funktionstüchtigen konfrontiert werden.

Für SEO müssen daher technische und inhaltliche Komponenten zusammenspielen.

2.1 Technisches SEO

Vereinfacht lässt sich sagen, dass die technischen Aspekte der Suchmaschinenoptimierung diejenigen sind, die am wenigsten Überschneidungen mit Content-Marketing haben. Da sie dennoch einen ganz fundamentalen Bestandteil von SEO ausmachen, sollen sie hier Erwähnung finden.

Entwarnung: Es ist unmöglich, bei allen Kriterien die volle Punktzahl abzuräumen – und das ist auch nicht notwendig. Nur völlig aus den Augen dürfen Sie die Technik nicht.

Mit welchen Fragen beschäftigt sich also technisches SEO?

  • Geschwindigkeit: Wie schnell lädt die Website, wenn ich sie im Browser aufrufe?
  • Mobile first: Lassen sich die relevanten Inhalte unkompliziert und mit wenig Datenvolumen auf einem kleinen Smartphone konsumieren? Ist die Seite responsiv und passen sich die Elemente auf der Seite also an die jeweilige Bildschirmgröße an? Die Mehrheit der Webbesuche findet inzwischen auf Smartphones und Tablets statt. Die Zeiten, in denen man eine barock ausufernde Website für die Nutzung am Desktop produziert und mobil eine gänzlich andere, abgespeckte Version bereitstellt, sollten der Vergangenheit angehören. Die Qualität Ihrer Seite bestimmt Google mittlerweile anhand der Version, die mobil verfügbar ist. Und vergessen Sie nicht: mobil gibt es keine Maus und keinen Rechtsklick.
  • Struktur: Sind die Inhalte sinnvoll miteinander verlinkt? Eine schlechte Linkstruktur wäre beispielsweise, wenn ich von meiner Startseite über 17 Klicks auf 17 Unterebenen lande und ich bis auf Ebene 16 klicken müsste, um einen neuen Artikel zu finden. Eng mit der Verlinkung verwandt ist daher der folgende Punkt:
  • Navigation: Lassen sich die Seiten der Website einfach ansteuern und finden?
  • Gibt es eine Sitemap, eine Art Inhaltsverzeichnis, das die Linkstruktur aller relevanten plus neu hinzukommenden Seiten abbildet und miteinander verknüpft? Wunderbar, dann kann die Suchmaschine sich von Link zu Link hangeln und schauen, was geboten ist.
  • Crawlbarkeit: Können die Algorithmen der Suchmaschinenbetreiber die Seite lesen und absurfen? Google, Bing, DuckDuckGo & Co. können nur rausfinden, ob relevante Inhalte auf der Website vorhanden sind, wenn sie nicht ähnlich wie bei einer Bezahlschranke von den Seiten ausgeschlossen sind.
  • Setzen Sie vornehmend auf Webtechnologien, die von den gängigen Browsern unterstützt werden? Nicht nur für Nutzer ist es schwierig zu verstehen, worum es auf einer Seite geht, wenn sie zum Lesen von Text zunächst drei sich dynamisch öffnende Aufklappmenüs anklicken, das Newsletter-Popup wegklicken, ein Video ansehen und die automatisch einsetzende Musik abstellen müssen. Flashvideos funktionieren fast mit keinem Browser mehr. JavaScript nicht mit allen Einstellungen. Je simpler die Website aufgebaut ist, desto besser. Alles andere sind technische Barrieren – für Mensch und Maschine.
  • Werden sichere Webtechnologien wie die SSL-Verschlüsselung eingesetzt? Seiten, deren URL mit „http://“ statt mit „https://“ beginnt, werden zum Schutz der Nutzer von Browsern benachteiligt.
  • Indexierbarkeit: Wurden die Suchmaschinen berechtigt, die relevanten Webseiten in ihren Suchergebnissen aufzulisten?
  • Strukturierte Daten: Sind Adressen, Telefonnummern, Preise, Branche, Jobangebote, Produktkategorien oder Termine einfach im Fließtext notiert? Dann vergeben Sie Chancen. Für diese Daten gibt es bestimmte Markierungsmöglichkeiten, so dass Ihre nächsten drei Messetermine direkt und sinnvoll formatiert auf der Google-Seite angezeigt werden können.
  • Canonical: Sind manche Ihrer Seiten über verschiedene (vielleicht auch nur leicht abweichende) URLs zu erreichen? Zum Beispiel über „http“ am Anfang oder „https“? Mit und ohne „www“? Mit oder ohne „/“ am Ende? Oder abweichend je nachdem über welche Kategorien man zu der Seite gesurft ist? Dann sind das für Suchmaschinen jeweils unterschiedliche Seiten, die sich gegenseitig Konkurrenz machen. Legen Sie also per Canonical fest, welches die präferierte Variante ist, mit der alle anderen gleichgesetzt werden sollen.
  • Eindeutig getrennte Sprachen? Wenn Sie international tätig sind und unterschiedliche Sprachversionen Ihrer Inhalte bereithalten, ist per hreflang-Attribut sichergestellt, dass die richtige – und nur die richtige – Version im jeweiligen Land ausgespielt wird? Oder bekommen Suchende in Deutschland plötzlich englische und niederländische Seiten serviert?

Diese Fragen müssen nicht nur für die Startseite, die Homepage, geklärt werden, sondern für jede einzelne Unterseite der Website, die in den Suchmaschinen auffindbar sein soll.

Zusammenfassend gesagt: Um eine Chance zu haben, bei Google, Yahoo oder Bing hoch in den Suchergebnissen angezeigt zu werden, muss die Website funktionstüchtig sein. Daten sollten so strukturiert und aufbereitet werden, dass nicht nur Menschen, sondern auch Maschinen sie lesen können.

2.2 Inhaltliches SEO: Die Schnittstelle zum Content-Marketing

Verfügen Sie über eine funktionstüchtige Website, dann können Sie erfolgreich inhaltlich arbeiten. Während Content-Marketing auch Kanäle wie Social Media oder Podcasts umfasst, geht es beim inhaltlichen SEO vor allem um das Zusammenspiel zwischen Website und Suchmaschine.

Eine SEO-Kampagne kann zwar auch beinhalten, in den diversen sozialen Netzwerken für die Inhalte zu klingeln, doch primäres Ziel von SEO ist es, zu relevanten Suchanfragen möglichst weit oben und vor der Konkurrenz bei den Suchergebnissen aufgelistet zu werden.

2.3 Langlebiger Mythos: SEO ist für Maschinen

Viele meinen immer noch, SEO-Texter würden ihre Texte mit einer Reihe an Keywords vollstopfen, da sie hauptsächlich für den Algorithmus und nicht für den Menschen schrieben. Diese Zeiten sind zum Glück lange vorbei. Mittlerweile ist das Gegenteil richtig: Suchmaschinen messen den Wert einer Website vermehrt daran, wie nützlich sie für die Suchenden ist.

Suchmaschinen haben ein Interesse daran, als Zugang zu relevantem Wissen wahrgenommen zu werden und nützlich zu sein. Wenn eine Suchmaschine ständig lästige Spam-Seiten und unbrauchbaren Robotersprech auflisten würde, wer würde über kurz oder lang noch die Suchmaschine benutzen?

Daher hat gutes SEO immer die Suchenden im Blick. SEO-Texter orientieren sich an den Fragen, die Menschen tatsächlich haben und diese auch bei Suchmaschinen wie Google stellen. Hier gibt es eine wichtige Parallele zum Content-Marketing: Welcher Inhalt erstellt und auf die Website gesetzt wird, hängt vom Bedarf der Zielgruppe ab.

2.4 Wie erreichen Sie Ihre Zielgruppe mit SEO?

Bevor Sie sich an das Erstellen von Inhalten machen können, müssen Sie sich einige Fragen zum inhaltlichen SEO stellen:

  1. Sie und Ihr Content-Team müssen das Geschäftsmodell verstehen. Wenn Sie nicht wissen, was der Mehrwert, der USP Ihres Produktes und was die Mission Ihrer Firma ist, wissen Sie auch nicht, was sie wem warum wie verkaufen wollen.
  2. Sie müssen erforschen, wer Ihre Zielgruppe ist. Sind Sie der Zielgruppe schon bekannt oder noch nicht? Können Sie diejenigen direkt erreichen oder sollten Sie Ihre Inhalte eher an den Bedürfnissen von Menschen ausrichten, die beispielsweise einen Branchen-Newsletter herausgeben, den viele Leute aus der Zielgruppe abonnieren? In welche verschiedenen Segmente lassen Sich Zielgruppen zerlegen, um passende Inhalte vorzubereiten?
  3. Ist SEO für Ihre Zielgruppe ein relevanter Kanal? Gibt also Ihre Zielgruppe Fragen bei Suchmaschinen ein, zu denen Sie Inhalte entwickeln könnten?
  4. Welche Fragen haben Menschen aus Ihrer Zielgruppe und in welcher Sprache stellen Sie die? So wie Fragen gedacht und gesprochen werden, werden Sie in der Regel auch bei Google eingegeben. Reden potenzielle Kunden im Fachjargon und kennen die genauen Produktspezifikationen? Oder sprechen sie eher in Form von Problemen? Das können Sie nur durch eine umfassende Themen- und Keywordrecherche herausfinden.

Eine auf „Heftpflaster“ optimierte Seite mag genau das beinhalten, was jemand braucht, aber sucht er auch danach? Oder fragt er stattdessen nach „Was tun bei Schürfwunden?“

  1. Teil der Keywordrecherche ist die Abschätzung der Wettbewerbssituation. Als Mittelständler habe ich vermutlich nur geringe Chancen, es auf die erste Suchergebnisseite von „Schuhe kaufen“ zu schaffen. Aber die erweiterte Suchanfrage, bei der man den Stadtteil ergänzt, hat sicher eine Chance.
  2. Welche Intention verbirgt sich hinter einer Frage? Was ist der so genannte Search Intent? Will jemand, der „Fachanwalt für Steuerrecht“ bei Google eingibt, seine Steuererklärung erledigt bekommen oder Jura studieren? Schauen Sie sich also an, wie das Gros der Ergebnisse ausschaut, das bei Ihren angestrebten Suchbegriffen auftaucht. Eine solche SERP-Analyse (SERP = Suchergebnisseite bzw. Search Engine Result Page) offenbart, wie Google & Co. die Suchabsicht des Suchbegriffs einschätzen. Passt das zu Ihnen oder sollten Sie Ihre Ziel-Keywords anpassen?
  3. Welche Form, welchen Umfang und welchen Ton sollte der Inhalt haben, den Sie erstellen?
  4. Machen Sie sich Gedanken darüber, wie Sie den Erfolg messen oder zumindest grob ermitteln können und richten Sie ggf. Mess- und Tracking-Möglichkeiten ein.

Erst wenn Sie wissen, zu welchem Thema mit welchen Keywords Sie in welcher Form wen erreichen wollen, können Sie mit dem Schreiben loslegen. Nutzen Sie alles, was Sie bei der Recherche in Erfahrung gebracht haben dazu, um Ihren Inhalt bestmöglich zu optimieren – d.h. für Suchende aus Ihrer Zielgruppe möglichst nützlich zu sein.

Die Keywords sollten nicht nur im letzten Drittel Ihres Artikels vorkommen, sondern auch in der Überschrift, in der Einleitung und in den Zwischenüberschriften. Das bedeutet nicht, ein Keyword bis zum Erbrechen in jeden Absatz zu kleistern. Wie gesagt, Sie schreiben für Menschen. Aber Menschen überfliegen eine Seite, schauen sich ggf. die Zwischenüberschriften in einem Inhaltsverzeichnis an und entscheiden erst dann, ob Sie sich mit dem Text überhaupt weiter beschäftigen wollen. Geben Sie diesen suchenden Menschen die richtigen Signale, damit ganz klar ist, was sie auf dieser Seite erwartet.

2.5 SEO-Maßnahmen nach der Veröffentlichung

Ist der Inhalt veröffentlicht, stehen weitere Aufgaben an, um SEO erfolgreich zu betreiben. Diese Schritte sollten Sie allerdings von vornherein mit einplanen und mit bedenken:

  • Linkbuilding: Ein wichtiges Signal, wie wertvoll eine Seite für Nutzer ist, sind Backlinks. Das bedeutet, wie häufig wurde von anderen Seiten auf die Quelle verlinkt. Gehen Sie also raus in die Welt, und geben Sie Bescheid, dass es neuen Content bei Ihnen gibt: Trommeln Sie auf Social Media dafür, erwähnen Sie das Stück im Newsletter. Ermitteln Sie Medien, für die das Ganze interessant sein könnte und schlagen die Verlinkung vor. Formulieren Sie eine Kurzfassung und präsentieren das Ganze samt Backlink in einem Gastbeitrag bei einem anderen relevanten Medium.
  • Erfolgsmessung: Wird Ihre Seite nach ein paar Wochen bei der richtigen Suchanfrage als Ergebnis aufgelistet? Gehen Bestellungen ein? Wird verlinkt?
  • Falls nicht, was können Sie noch verbessern? Können Sie ein Inhaltsverzeichnis ergänzen? Den Text umstrukturieren? Eine Infografik einfügen? Als Gast in einem themenverwandten Podcast auftreten? In der Einleitung besser erklären, worum es geht? Mehr Leute kontaktieren, die die Veröffentlichung vielleicht verpasst haben?

3. Fazit: SEO und Content-Marketing haben große Überschneidungen

Während man bei der Suchmaschinenoptimierung vor allem hoch in den Suchergebnissen angezeigt werden möchte, um Traffic auf die Website zu holen und dort aus Lesern und Leserinnen Kundschaft zu machen, kann sich Content-Marketing auch völlig ohne Website nur auf YouTube oder innerhalb von Facebook-Gruppen abspielen.

Gemeinsam haben beide, dass Inhalte anhand dessen konzipiert werden, was die Zielgruppe gerne konsumieren möchte. Über die Keywordanalyse von SEO lassen sich Themenideen für das Content-Marketing finden, um Inhalte zu produzieren. Wie sich aus interessierten Lesern, die über Google auf die Website gekommen sind, dann Kunden gewinnen lassen, ist schon eher eine Frage des Content-Marketings – und keine primäre SEO-Frage mehr.

Eine weitere Überschneidung von SEO und Content-Marketing ergibt sich daraus, dass sich viele Suchfunktionen von sozialen Netzwerken ebenfalls als Suchmaschinen verstehen lassen. Wer seine Instagram-Posts (Content-Marketing) mit Hashtags verschlagwortet, dürfte dabei auch die Auffindbarkeit (SEO) im Auge haben. Und auch die Titel der eigenen YouTube-Videos profitieren von einer Zielgruppen- und Keywordrecherche.

Es lohnt sich also gründlich zu überlegen, welche Ziele Sie verfolgen, um zu entscheiden, auf welche Online-Marketing-Maßnahmen Sie sich konzentrieren sollten.

Falls Sie einen Ansprechpartner suchen, um diese Ideen anhand Ihres Geschäftsmodells einmal durchzuspielen, kommen Sie gerne auf mich zu.

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SEO und Content-Marketing: Was sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten?
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SEO und Content-Marketing: Was sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten?
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Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Content-Marketing sind zwei Teilbereiche des Online-Marketings, die mehr und mehr zusammenwachsen. Und trotzdem ist beides nicht ein und dasselbe.
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